Dr. Hans Morschitzky

Psychotherapeut

Verhaltenstherapie und Systemische Familientherapie

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Morschitzky, H. (2019).  Wenn Furcht zur Phobie wird: Ein Selbsthilfeprogramm - Spezifische Phobien verstehen und bewältigen. Ostfildern: Patmos Verlag. 208 Seiten.

 

Dieses Buch informiert über alle wichtigen Spezifischen Phobien und vermittelt zahlreiche Selbsthilfestrategien.

 

Durch Anklicken des Titels können Sie das Buch sofort bestellen.

 

 

Im Folgenden das Inhaltsverzeichnis und das Vorwort.

 

 

Inhalt

 

Vorwort

 

Teil 1

Die Vielfalt Spezifischer Phobien

 

Furcht als gesunde Emotion

Furcht als Basisemotion: eine überlebensnotwendige Reaktion bei akuter Bedrohung

Von der Furcht zur Phobie: fließender Übergang von gesunder zu krankheitswertiger Furcht

 

Spezifische Phobien als psychische Störung

Historische Aspekte

Diagnostik Spezifischer Phobien nach dem ICD-10

Diagnostik Spezifischer Phobien nach dem DSM-5

Abgrenzungen gegenüber anderen Angststörungen

Abgrenzungen gegenüber magischen Befürchtungen und Zwangsgedanken

Häufigkeit und Folgewirkungen Spezifischer Phobien

 

Teil 2

Ursachen von Spezifischen Phobien

 

Biologische Faktoren

Furcht als vererbte Reaktionsbereitschaft

Furcht als neurobiologisch fundierte Notfallreaktion

 

Psychologische Faktoren

Furchterwerb durch Konditionierung

Furchterwerb durch Modelllernen und sozialkognitives Lernen

Furchterwerb durch semantisches Lernen (Instruktionslernen)

Furchterwerb durch fehlende Bewältigung frühkindlicher Furchtneigung

Furchterwerb durch Traumatisierung

Furchterwerb durch persönlichkeitsspezifische Faktoren

Furchterwerb durch psychosoziale Stressfaktoren

 

Das biopsychosoziale Krankheitsmodell – eine integrative Sichtweise

Furchterwerb als multifaktorielles Geschehen

Furchtbewältigung als multifaktorielles Geschehen

 

 

Teil 3

Selbsthilfe bei Spezifischen Phobien

 

Das Grundkonzept: in neun Schritten zum Erfolg

Schritt 1: Spezifische Phobien besser verstehen und hilfreich analysieren: Profitieren Sie von mehr Wissen über Ihre Phobie  

Schritt 2: Denkmuster ändern: Entwickeln Sie hilfreichere Sichtweisen

Schritt 3: Körperliche Befindlichkeit verbessern: Nutzen Sie Entspannungstechniken und körperliche Aktivität

Schritt 4: Aufmerksamkeit lenken: Konzentrieren Sie sich auf das, was im Moment hilfreich und wichtig ist

Schritt 5: Achtsamkeit üben, Akzeptanz fördern: Nehmen Sie die gefürchteten Situationen und Ihre eigenen Reaktionen achtsam wahr

Schritt 6: Modelllernen: Nehmen Sie sich andere Menschen zum Vorbild

Schritt 7: Sich selbst coachen: Führen Sie hilfreiche Selbstgespräche

Schritt 8: Mentales Training: Bereiten Sie sich auf gefürchtete Situationen in der Vorstellung optimal vor

Schritt 9: Gestufte Konfrontationstherapie: Stellen Sie sich schrittweise allen gefürchteten Objekten und Situationen

 

Selbsthilfe bei Spezifischer Phobie, Tier-Typ

Furcht vor bedrohlichen und ekelerregenden Tieren

 

Selbsthilfe bei Spezifischer Phobie, Naturgewalten-Typ

Furcht vor Höhen und Tiefen

Furcht vor Dunkelheit

Furcht vor großen und tiefen Gewässern

Furcht vor Gewitter, Blitz und Donner

 

Selbsthilfe bei Spezifischer Phobie, Blut-Spritzen-Verletzungs-Typ

Furcht vor allem, was „unter die Haut“ geht

Furcht vor Blut und Verletzungen

Furcht vor Spritzen und Zahnbehandlungen

 

Selbsthilfe bei Spezifischer Phobie, Situativer Typ

Furcht vor Räumen ohne Fluchtmöglichkeit

Furcht vor dem Fliegen – Flugangst als häufige Kombination von Situativer Phobie und Höhenangst

 

Selbsthilfe bei Spezifischer Phobie, andere Typen

Furcht vor Prüfungen

Furcht vor Erbrechen         

Furcht vor Verschlucken und Ersticken

 

 

Schluss

  

Anmerkungen

 

 Literatur

 

 

Vorwort                    

 

 

Viele Ängste und Furchtreaktionen sind völlig unbegründet und werden oft als irrational bezeichnet, weil sie mit dem Verstand nicht nachvollziehbar und durch Vernunft und logische Argumentation nicht widerlegbar sind.  

Sie hängen mit der Entwicklungsgeschichte des Menschen, mit den tieferen Schichten des Gehirns, mit starken Gefühlen, unerträglichem Restrisiko oder den Langzeitfolgen traumatisierender Erfahrungen zusammen.

Dazu zählen vor allem die zahlreichen Spezifischen Phobien, die sich jeweils auf eine einzelne, konkret umschriebene Angstsituation beziehen.

Im Internet findet man Listen mit hunderten von Spezifischen Phobien. Von A bis Z dargestellt, bringen sie durch beeindruckende Worte mit der Endung „-phobie“ eine konkrete Auslösesituation zum Ausdruck, wie etwa Ablutophobie (Angst vor dem Waschen bzw. Baden), Gerascophobie (Angst vor dem Älterwerden), Gymnophobie (Angst vor eigener oder fremder Nacktheit), Kainophobie (Angst vor Neuem) oder Paraskavedekatriaphobie (Angst vor Freitag, dem 13.).

Diese unverständlichen Worte wirken auf den ersten Blick wie Krankheitsbezeichnungen, derartige Ängste und Befürchtungen weisen jedoch keinerlei Krankheitswertigkeit auf und haben in der klinischen Praxis auch keine Bedeutung, selbst wenn die meistens auf altgriechische Wortwurzeln zurückgehenden Bezeichnungen den Anschein von Behandlungsbedürftigkeit erwecken.

Spezifische Phobien liegen auf einem Kontinuum von „noch normal, weil nicht sehr belastend“ bis „eindeutig krankheitswertig, weil erheblich lebenseinschränkend“.

In diesem Buch werden die deutschen Bezeichnungen (z.B. „Furcht vor tiefen Gewässern“) bevorzugt, anstelle der oft recht geheimnisvoll wirkenden griechischen bzw. lateinischen Worte, die die mitunter sehr skurrilen Phobien noch mysteriöser machen würden. Für Interessierte werden aber auch die entsprechenden Fachausdrücke (z.B. „Thalassophobie“) angeführt.

Die Furcht vor Spinnen und Hunden, vor Höhen und Tiefen, vor Dunkelheit, vor großen und tiefen Gewässern, vor Gewittern mit Blitz und Donner, vor eigenem und fremdem Blut, vor Spritzen und Zahnbehandlungen, vor dem Fliegen und Aufzugfahren, vor öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Reiseangst, vor Tunneln und engen Räumen, vor Hochhäusern und Türmen, vor Prüfungen aller Art, vor Erbrechen und Verschlucken haben nur eines gemeinsam: die Bedrohung von Leib und Leben oder des körperlichen und seelischen Wohlbefindens durch äußere Einflüsse („externe Reize“).

Rund jeder Zehnte weist mindestens eine derartige Spezifische Phobie auf, oft sogar mehrere, sodass diese die häufigste Angststörung darstellen.

Das Grundproblem bei Spezifischen Phobien sind nicht bestimmte Objekte, Orte und Situationen, sondern die Unfähigkeit der Betroffenen, damit erfolgreich umgehen zu können, sodass Angst und Furcht daraus resultieren.

Die Problembewältigung gelingt in vielen Fällen nicht allein durch die Verminderung der Furchtreaktionen und der Erwartungsängste, sondern vielmehr durch neue Erfahrungen und bessere Fertigkeiten, die den Betroffenen anstelle von Flucht und Vermeidung die Konfrontation mit den gefürchteten Situationen erleichtert.

Im Vertrauen auf die vorhandenen und neu erworbenen Bewältigungsstrategien zeigen die Betroffenen dann nicht mehr so viel Angst und Furcht wie früher.

Spezifische Phobien, die mit starken Emotionen und nicht bloß mit negativen Gedanken und Vorstellungen zusammenhängen, können Sie oft nicht bzw. nicht nur durch rationale Argumentationen und Restrisikoanalysen, sondern nur auf emotionalem Weg auflösen.

Das, was Sie anstreben, muss emotional viel anziehender wirken als das, was Sie in Form von Angst und Furcht abschreckt.

Ihr Grundbedürfnis nach Sicherheit und Abwehr möglicher Bedrohungen verhindert die Umsetzung Ihrer Grundbedürfnisse nach einem erfüllten Leben und der Befriedigung jener Leidenschaften, die Sie nur mit einem gewissen Mut zum Risiko erreichen können.

Stellen Sie zur bestmöglichen Bewältigung Spezifischer Phobien das in den Vordergrund, was Sie aus Überzeugung tun möchten, und nicht das, was Sie um jeden Preis vermeiden wollen.

In der Sprache der Neurobiologie formuliert: Das Angst- und Stresssystem können Sie am besten durch das Belohnungssystem mit einem Dopamin-Kick entmachten.

Als Klinischer Psychologe und Psychotherapeut in Linz, Österreich, habe ich mich seit den 1990er-Jahren auf die Behandlung von Menschen mit Angststörungen spezialisiert und bereits zahlreiche Ratgeber zu krankheitswertigen Ängsten verfasst, die mehrheitlich im Patmos Verlag erschienen sind, sodass es mir ein Bedürfnis ist, auch zum Bereich der Spezifischen Phobien konkrete Hilfestellungen anzubieten.

Die Betroffenen leiden zwar unter ihrer Phobie, begeben sich deswegen aber viel seltener als Menschen mit anderen Angststörungen in psychotherapeutische Behandlung.

Dieser Ratgeber macht deutlich, wie aus einer mehr oder weniger einfühlbaren Furcht eine Phobie entsteht, und bietet einen Überblick zur Diagnostik und Selbstbehandlung von Spezifischen Phobien als krankheitswertigen Störungen im Sinne einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität und der schulischen, beruflichen, familiären, sozialen und sonstigen Funktionsfähigkeit der Betroffenen.

Es handelt sich dabei um den ersten Ratgeber, der einen Überblick über alle wichtigen Spezifischen Phobien bietet. Alle anderen Ratgeber zu Spezifischen Phobien beschränken sich jeweils auf eine ganz bestimmte Spezifische Phobie, wie etwa Hundephobie, Höhenangst, Flugangst, Blut-Spritzen-Verletzungsphobie, Zahnbehandlungsangst oder Prüfungsangst. Die zentralen Aussagen dieser Bücher werden in diesem Ratgeber jedoch so gut wie möglich berücksichtigt.

Dieses Buch hält sich an den bewährten
dreiteiligen Aufbau meiner anderen Selbsthilfebücher im Patmos-Verlag, bei denen nach Diagnostik, Ursachen und Behandlungsstrategien differenziert wird.

Teil 1 bietet einen Überblick über die Vielfalt Spezifischer Phobien, die in fünf Typen eingeteilt werden: Tier-Typ (Furcht vor Spinnen, Schlangen, Insekten, Hunden), Umwelt-Typ (Furcht vor Höhen, Gewittern, Gewässern, Dunkelheit), Blut-Spritzen-Verletzungs-Typ (Furcht vor allem, was „unter die Haut“ geht, und damit auch vor vielen medizinischen Untersuchungs- und Behandlungssituationen), Situativer Typ (bekannt als Klaustrophobie oder Raumangst, das heißt Furcht vor engen, geschlossenen oder fensterlosen Räumen wie Tunneln, Aufzügen, Seilbahnen, Flugzeugen, öffentlichen Verkehrsmitteln und zahlreichen Veranstaltungsräumen) und andere Typen.

Die Restkategorie „andere Typen“ bezieht sich auf alle anderen Auslöser, die nicht durch die genannten vier Typen abgedeckt werden, und umfasst eine Fülle völlig unterschiedlicher Spezifischer Phobien, wie etwa Emetophobie (Furcht vor Erbrechen), Phagophobie (Furcht vor Verschlucken und Ersticken beim Essen) oder Prüfungsangst (krankheitswertige Versagensangst ohne Soziale Phobie).

Teil 2 beleuchtet die Ursachen Spezifischer Phobien bezüglich genetischer, neurobiologischer, lernpsychologischer und personenspezifischer Aspekte. Zu diesem Bereich gibt es eine Fülle neuer Erkenntnisse, die den Betroffenen und allen Interessierten in allgemeinverständlicher Weise nahegebracht werden.

Teil 3 bietet konkrete Hilfestellungen zur Bewältigung von Spezifischen Phobien in Form von neun Schritten.

Es ist nicht die Absicht dieses Buches, dass Sie Ihre Furchtreaktionen, die Sie vielleicht schon seit langem oder bereits seit der Kindheit aufweisen, mithilfe dieses Ratgebers vollständig überwinden, sondern dass Sie erfolgreich damit umgehen können, um zukünftig mehr vom Leben zu haben als bisher.

Das Ziel dieses Ratgebers besteht darin, dass aus Ihrer Spezifischen Phobie wieder normale Angst-, Furcht- und Ekelgefühle werden, die Ihr Leben sinnvoll schützen und nicht mehr so beeinträchtigen wie bisher.

Das gelingt Ihnen dann am besten, wenn Sie Ihre Gefühle und Symptome zulassen, statt sie unterdrücken, verdrängen oder „wegdiskutieren“ zu wollen, und wenn Sie sich so gut wie möglich auf ein mutiges und erfolgreiches Handeln zur Erreichung Ihrer Ziele konzentrieren – trotz einer gewissen Erwartungsangst und spontanen Furcht- bzw. Ekelreaktion.
Auf dem Weg dahin wünsche ich Ihnen alles Gute.

Ich bedanke mich bei Frau Dr. Neuen für die sehr engagierte und kritische Unterstützung bei der sprachlichen und inhaltlichen Präsentation dieses Ratgebers sowie für die seit Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit.

Rückmeldungen zu diesem Buch nehme ich gerne entgegen. Alle Daten dazu finden Sie auf meiner Homepage https://panikattacken.at.

 

 

Hans Morschitzky