Angst, Sorgen, Befürchtungen: Generalisierte Angststörung
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Dr. Hans Morschitzky
Klnischer Psychologe, Psychotherapeut
Verhaltenstherapie und Systemische Familientherapie
A-4040 Linz, Hauptstraße 77
Tel.: 0043 732 778601 E-Mail: morschitzky@aon.at
Telefonische Anmeldung täglich 17:00 - 17:30 (ansonsten Anrufbeantworter)

Generalisierte Angststörung - Sorgenkrankheit: unkontrollierbare Sorgen und Befürchtungen
Morschitzky, H. (2017). Angst und Sorgen die Macht nehmen. Selbsthilfe bei Generalisierter Angststörung. Ostfildern: Patmos Verlag. 202 Seiten.
Dieses Buch beschreibt die verschiedenen Formen und Ursachen der "Sorgenkrankheit" und bietet in Form von 9 Schritten ein umfangreiches Selbsthilfeprogramm zur erfolgreichen Bewältigung.
Durch Anklicken des Titels können Sie das Buch sofort bestellen.
Im Folgenden das Vorwort und das Inhaltsverzeichnis.
Inhalt
Vorwort
Teil 1
Was ist eine Generalisierte Angststörung?
Krankheitswertige Ängste und Sorgen
Begriffsklärung: Angst – Furcht – Panik – Sorgen –
Grübeln
Ängste und Sorgen: Überfixierung auf Restrisikoszenarien
Nicht die Ängste und Sorgen an sich, sondern ihr Ausmaß
macht krank
Zentrale Krankheitsmerkmale
Von der Angstneurose zur Generalisierten Angststörung
Die Krankheitswertigkeit aus amerikanischer Sicht
Die Krankheitswertigkeit aus internationaler Sicht
Die zentralen Merkmale der Ängste und Sorgen
Die Ängste und Sorgen sind unproduktiv
Die Ängste und Sorgen haben oft äußere Auslöser
Die Ängste und Sorgen drehen sich oft um
zwischenmenschliche Themen
Die Ängste und Sorgen drücken ein hohes
Verantwortungsgefühl aus
Die Ängste und Sorgen umfassen zwei Arten: realistische
und unrealistische
Die Ängste und Sorgen zeigen einen geringen
Selbstwirksamkeitsglauben
Die Ängste und Sorgen führen zu bestimmten
Vermeidungsstrategien
Die Ängste und Sorgen begünstigen bestimmte
Sicherheitsstrategien
Die Ängste und Sorgen werden
durch Perfektionismus zu mildern versucht
Die Ängste und Sorgen sind oft trotz allem ihren Preis
wert
Die Ängste und Sorgen werden durch zahlreiche Strategien
aufrechterhalten
Was macht die Diagnosestellung in der Hausarztpraxis schwierig?
Wenn Körpersymptome im Vordergrund stehen
Wenn andere Ängste im Vordergrund stehen
Wenn Zeitmangel keine ausführliche Diagnostik erlaubt
Welche Unterschiede bestehen gegenüber anderen psychischen Störungen?
Abgrenzung von anderen Angststörungen
Abgrenzung von anderen psychischen Störungen
Ein Blick auf die Zahlen
Weite Verbreitung in der Bevölkerung
Anstieg der Angststörungen durch gesellschaftliche
Veränderungen
Die Folgen: hohe Rate an Mehrfacherkrankungen
Bedenklicher Krankheitsverlauf
Teil 2
Wie entsteht eine Generalisierte Angststörung?
Das bio-psycho-soziale Krankheitsmodell als Erklärungsrahmen
Erbe, Umwelt und Persönlichkeit in Wechselwirkung
Heilungschancen trotz biologischer und sozialer Prägung
Der Faktor der Biologie
Was macht die genetische Komponente aus?
Welche biologischen Faktoren sind bedeutsam?
Die Bedeutung der sozialen Umwelt
Welchen Einfluss haben Kindheit und Jugend?
Welchen Einfluss hat die aktuelle Lebenssituation?
Der Aspekt des persönlichen Verhaltens
Angst zeigt sich auf vier Ebenen des Verhaltens
Die Unfähigkeit, mit Ängsten angemessen umgehen zu
können
Zentrale Erklärungsmodelle als Behandlungsgrundlage
Wenn Denkmuster ängstlich machen
Wenn negative Schemata
Erwartungsängste begünstigen
Wenn innere Angst-Bilder durch Sich-Sorgen-Machen
vermieden werden
Wenn Unsicherheit in Bezug auf die Zukunft nicht
toleriert werden kann
Wenn Ängste und Sich-Sorgen-Machen als positiv oder
negativ bewertet werden
Wenn Gefühle nicht wahrgenommen und erlebt werden
Wenn es um Kontrolle statt um Achtsamkeit und Akzeptanz
geht
Wenn Ängste und Sich-Sorgen-Machen zur Vermeidung von
emotionalen Kontrasten dienen
Wenn krankhafte Ängste mit belastenden Emotionen aus der
Vergangenheit zusammenhängen
Wenn unsichere oder konflikthafte Bindungen Ängste und
Sorgen fördern
Teil 3
Ein Selbsthilfeprogramm in neun Schritten
Schritt 1
Problem- und Zielanalyse: Analysieren Sie Ihre Angststörung und klären Sie Ihre
Ziele
Welche Merkmale der Generalisierten Angststörung treffen
auf Sie zu?
Haben Sie gegenwärtig noch andere psychische Störungen
oder körperliche Probleme?
Wie ausgeprägt sind Ihre Ängste und Sorgen?
Erstellen Sie eine Liste Ihrer Ängste und Sorgen
Führen Sie ein Angst-und-Sorgen-Protokoll
Führen Sie ein Angst-und-Sorgen-Tagebuch
Welche Vermeidungsstrategien setzen Sie ein?
Welche Sicherheitsstrategien setzen Sie ein?
Welche Grundüberzeugungen bezüglich positiver Funktionen
von Ängsten und Sorgen haben Sie?
Welche Grundüberzeugungen bezüglich negativer Funktionen
von Ängsten und Sorgen haben Sie?
Analysieren Sie die Wurzeln und Auswüchse Ihrer
krankheitswertigen Ängste und Sorgen
Was sind Ihre Therapieziele?
Schritt 2
Änderung der Denkmuster: Entwickeln Sie neue Einstellungen zu gefürchteten
Ereignissen, Ängsten und Sorgen
Zehn kognitive Strategien zur besseren Bewältigung Ihrer
Ängste und Sorgen
Pflegen Sie konstruktive Selbstgespräche
Überprüfen Sie die Nützlichkeit Ihrer Ängste und Sorgen
Entwickeln Sie einen anderen Umgang mit den positiven
Funktionen Ihrer Ängste und Sorgen
Entwickeln Sie einen anderen Umgang mit den gefürchteten
negativen Folgen Ihrer Ängste und Sorgen
Hinterfragen Sie abergläubische Denkmuster
Schritt 3
Erhöhung der Unsicherheitstoleranz: Lernen Sie, mit Unsicherheit besser
umzugehen
Nutzen Sie Verhaltensexperimente, um unsichere
Situationen besser tolerieren zu lernen
Verzichten Sie auf Vermeidungs- und
Sicherheitsstrategien
Akzeptieren Sie Unsicherheit als Teil des Lebens
Lenken Sie Ihre Aufmerksamkeit auf Ziele statt auf
Probleme
Schritt 4
Problemlösungstraining: Entwickeln Sie Lösungsstrategien für reale Probleme
Grenzen Sie reale von unrealistischen Problemen ab
Ändern Sie Ihre negative Problemorientierung
Nutzen Sie konstruktive Problemlösungsstrategien
Verbessern Sie Ihren Umgang mit Stress
Schritt 5
Angst-und-Sorgen-Konfrontation: Spielen Sie Angstsituationen gedanklich bis zum
Ende durch
Aus Angstgedanken und „Was wäre, wenn …?“-Sorgen
bildliche negative Zukunftsvorstellungen entwickeln
Maximale Sorgen-Konfrontation – eine
verhaltenstherapeutische Methode
Kritische Anmerkungen zur Methode der
Sorgen-Konfrontation
Sorgen-Konfrontation – Vergegenwärtigen Sie sich die
Bedrohung Ihrer zentralen Werte
Mentales Training – Entwickeln Sie bildliche positive
Zukunftsvorstellungen
Schritt 6
Achtsamkeit und Akzeptanz: Gehen Sie achtsam mit Gedanken, Gefühlen und
Körperempfindungen um
Nutzen Sie neuere Strategien der
Verhaltenstherapie: die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT)
Nehmen Sie Ihre Ängste und Sorgen achtsam wahr
Akzeptieren Sie Ihre Ängste und Sorgen
Gehen Sie auf Distanz zu Ihren Ängsten, Sorgen und
Selbstbild-Annahmen
Konzentrieren Sie sich auf Ihre Werte und Ziele statt
auf Ihre Ängste und Sorgen
Schritt 7
Emotionsbewältigung: Erlernen Sie den richtigen Umgang mit Gefühlen
Trainieren Sie Ihre Emotionsregulation und lernen Sie
Gefühle wahrnehmen, erleben und steuern
Transformieren Sie krankmachende in gesunde Emotionen
wie in der Emotionsfokussierten Therapie (EFT)
Schritt 8
Konfliktbewältigung: Klären Sie Ihre Beziehungskonflikte
Bewältigen Sie Probleme in Partnerschaft und Familie
Finden Sie Ihren zentralen Beziehungskonflikt heraus
Schritt 9
Verbesserung des Wohlbefindens: Nutzen Sie Entspannung, Sport und Hobbys
Finden Sie die passende Entspannungsmethode
Nutzen Sie körperliche Aktivitäten zum Spannungsabbau
Achten Sie trotz Ängsten und Sorgen auf erfreuliche
Aktivitäten
Schluss
Anmerkungen
Literatur
Vorwort
Es ist ganz normal, Angst zu haben und sich Sorgen zu machen um das, was man liebt und was einem wichtig ist: um die Angehörigen und deren Wohlergehen, um die eigene Befindlichkeit, um die momentane und die zukünftige Lebenssituation, um die Umwelt, die Welt an sich, gerade auch angesichts des Umstands, wie es heutzutage bei uns und anderswo zugeht.
Wenn die ängstliche Besorgtheit um das Wohlergehen in
der Zukunft so weit ausufert, dass die Lebensqualität in der Gegenwart zunehmend
darunter leidet und die schulische, berufliche, soziale und sonstige
Funktionsfähigkeit erheblich beeinträchtigt ist, spricht man von einer
Generalisierten Angststörung – einer Sorgenkrankheit.
2,2 Prozent der deutschen Bevölkerung – zweimal mehr Frauen als Männer – leiden innerhalb eines Jahres unter dieser Störung, die dadurch charakterisiert ist, dass die Betroffenen ihre andauernden übermäßigen Ängste und Sorgen in Bezug auf vielfältige Aspekte des Lebens nicht unter Kontrolle bekommen.
Die Störung wird deshalb „generalisiert“ genannt, weil
die ständigen Ängste und Sorgen sich auf alle möglichen Lebensbereiche
erstrecken und nicht auf eine bestimmte Thematik wie Krankheitsängste, soziale
Ängste oder Trennungs- bzw. Verlustängste eingeschränkt sind.
Ständiges ängstliches Sich-Sorgen-Machen führt – im Gegensatz zu akut auftretenden Panikattacken – zu einer körperlichen Dauerverspannung, deretwegen die Betroffenen oft von Arzt zu Arzt gehen, ohne dass die psychische Grunderkrankung erkannt und behandelt wird. Nicht selten wird die Fehldiagnose einer Depression, einer Panikstörung oder eines Erschöpfungssyndroms gestellt.
Aufgrund des Umstands, dass mehr als vier Fünftel der
Betroffenen im Laufe der Zeit auch noch andere psychische Störungen bekommen,
ist die Diagnosestellung in der klinischen Praxis allerdings auch nicht leicht.
Oft leiden nicht nur die Betroffenen unter der unkontrollierbaren Sorgenspirale im Gehirn, sondern auch die Angehörigen, die sich davon zunehmend genervt fühlen.
Was kann man tun, wenn man sich selbst und auch andere
mit Ängsten und Sorgen fertigmacht?
Früher wurden oft Beruhigungsmittel (Tranquilizer) verschrieben, die langfristig abhängig machen; gegenwärtig gelten Antidepressiva als die Mittel der Wahl, wenn es um eine medikamentöse Behandlung geht.
Heutzutage ist es selbstverständlich geworden, bei Ängsten psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Viele Menschen mit einer Generalisierten Angststörung stehen einer Psychotherapie jedoch skeptisch gegenüber.
Typisch sind folgende Fragen: Kann man sich ändern, wenn man schon immer so ängstlich war?
Hilft es wirklich, mit einem Psychotherapeuten über
Ängste und Sorgen zu reden oder entsprechende Bücher zu lesen, wenn man ohnehin
gerne anders wäre, aber es trotz aller Anstrengungen bislang nicht geschafft
hat?
Werden Sie von ständigen unkontrollierbaren Ängsten und Sorgen gequält?
Dann hat Ihr Problem jetzt einen Namen, und man kann es auch erfolgreich behandeln, jedenfalls viel besser als früher.
Die Generalisierte Angststörung wurde erstmals im Jahr
1980 in den USA definiert, damals noch als Restkategorie zu den anderen
Angststörungen; heutzutage hat sie ein klar definiertes Erscheinungsbild.
Dieses Buch möchte Ihnen und allen anderen Betroffenen
sowie auch Ihren Angehörigen Mut machen. Veränderung ist möglich! Sie müssen
kein anderer Mensch werden; es reicht, wenn Sie mit dem Problem Ihrer
überängstlichen Besorgtheit besser umgehen können.
Dieser Ratgeber gibt Antwort auf drei zentrale Fragen:
Was sind normale Ängste und wann werden Ängste und Sorgen um zukünftiges Unglück krankheitswertig?
Woher kommt es, dass die einen in der Zukunft ein Problem und eine Gefahr und die anderen eine Hoffnung und eine Chance sehen?
Was kann man tun, wenn man erkennt, dass die ständigen
Ängste und Sorgen ein krankheitswertiges Ausmaß annehmen?
Teil 1 dieses Buches informiert über normale und gesunde
Ängste und Sorgen sowie über krankheitswertige ängstliche Besorgtheit.
Teil 2 eröffnet einen Einblick in die tieferen Ursachen,
unmittelbaren Auslöser und verstärkenden Faktoren einer Generalisierten
Angststörung.
Teil 3 bietet ein Selbsthilfeprogramm in neun Schritten
an, das in leichteren Fällen eine Behandlung überflüssig machen und bei
erheblichem Leidensdruck eine Psychotherapie sinnvoll ergänzen soll.
Als Verhaltenstherapeut mit zusätzlicher Ausbildung in Systemischer Familientherapie und mehr als drei Jahrzehnten an therapeutischer Erfahrung im stationären und ambulanten Bereich in Linz, Österreich, habe ich mich bemüht, auch die theoretischen und therapeutischen Konzepte anderer Psychotherapiemethoden zu berücksichtigen, die geeignet erscheinen, die Chancen zur erfolgreichen Bewältigung einer Generalisierten Angststörung zu erhöhen.
Ich bedanke mich bei Frau Dr. Christiane Neuen vom
Patmos Verlag für ihr hohes Engagement im Interesse einer besseren
Verständlichkeit und leichteren Lesbarkeit dieses Buches, vor allem auch für die
zahlreichen konstruktiv-kritischen Rückmeldungen und die ausgezeichnete
Zusammenarbeit seit vielen Jahren.
Als Autor wünsche ich Ihnen die bestmögliche Umsetzung aller Schritte zu einem Leben mit weniger Ängsten und Sorgen sowie zu mehr Freude und Erfolgserlebnissen.
Verzichten Sie dabei auf das unrealistische Ziel eines
völlig angst- und sorgenfreien Lebens. Es reicht, wenn Sie trotz gelegentlicher
Ängste und Sorgen das tun können, was Ihnen in Ihrem Leben wichtig ist.
Für Rückmeldungen zu diesem Buch bin ich Ihnen dankbar.
Alle Daten dazu finden Sie auf meiner Homepage www.panikattacken.at.
Hans Morschitzky